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Die irobritische Kirche

par Andrev

Lokemo, Bretagne
Lokemo, Bretagne

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Als irobritische Kirche bezeichnet man das Christentum, wie es im 3. bis 9. Jahrhundert in Irland, auf der Isle of Man, in Brittanien (Großbrittanien und Bretagne) verbreitet war. Die irobritische Kirche war Teil der lateinischen Kirche, deren Hierarchie und Liturgie sie erst zwischen dem 12. und dem 13. Jahrhundert (infolge der normannischen Eroberung Irlands) vollständig übernahm.

Irland war in Europa insofern eine Ausnahme, als sie christianisiert wurden, ohne je Teil des römischen Reiches gewesen zu sein, während Brittanien ihrerseits wenig von der römischen Kultur beeinflußt wurde. Ebenso war Irland und Brittanien, im Gegensatz zum übrigen Europa, von der Völkerwanderung nicht betroffen. Diese Faktoren, die Tradition und die jede Zentralgewalt verhindernde politische Situation trugen wesentlich zur Ausprägung des irobretonischen Christentums bei. Von den damaligen häretischen Bewegungen gelangten der Pelagianismus und der Quartodecimanismus in die Region.

 

Sankt Paul Aurelianus
Sankt Paul Aurelianus

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Besonderheiten

Das irobritische Christentum weist viele Wesenszüge des vornizäanischen Christentums auf. Die Beschreibungen der Einzelheiten variieren von Quelle zu Quelle. Häufig aufgeführte Besonderheiten sind:

  • verfügte über eine Hierarchie von Patriarchen und Metropoliten.

  • berechnete den Termin für Ostern nach der vor dem ersten Konzil von Nicäa üblichen Methode.

  • ausgeprägtes Mönchtum. Die Klöster legten Wert auf das Bibelstudium, Irland und Brittanien standen im Ruf, „Insel der Heiligen und Gelehrten“ zu sein. Karl der Große lud aus diesem Grund irische Gelehrte an seinen Hof ein. Die Peregrinatio der Mönche, das Verlassen der Heimat um der Mission willen, galt als asketische Übung. Irische und bretonische Mönche trugen die sogenannte transverse Tonsur, bei der die vordere Hälfte des Schädels geschoren wurde.

  • Bischöfe hatten keine Diözesen. Es konnte an einem Ort mehrere Bischöfe geben, und die Bischofsweihe wurde von nur einem Bischof vollzogen. Beispiel: Sankt-Maclau (St-Malo), in der Bretagne.

  • Es gab keinen Zehnten, die Klöster und Priester wurden durch Spenden der Clans unterhalten.

     

Domnonea - Bretagne
Domnonea - Bretagne

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Verbreitung

Entstanden ist das irobritische Christentum vermutlich im 5. Jahrhundert. Als sich die Römer aus Britannien zurückzogen, hatte das Christentum dort Fuß gefasst. Die irische Kirche, besonders dei Kloster, hatte reichliche Verhälnisse mit den Bretonen, den jenen von der Insel sowie die Ausgewanderten auf dem Kontinent, wo « Klein-Brittanien » gerade gebar : viele brittischen – oder bretonischen – Mönchen fuhrten zur See nach Irland um gelehrt zu werden sowie zu lehren, ebenso kamen die Irlander zu Brittanien und zu Brittania-minor (heutige Bretagne). Die Kelten hatten auch Verbindungen zum Nordwesten Frankreichs. Im Jahr 431 schickt Papst Coelestin I. den Bischof Palladius als Missionar nach Irland. Ihm folgte der Brite Patricius, der als heiliger Patrick verehrt wird (der berühmte Bretone, der die Irländer evangelisierte).

Irische Missionare brachten das Christentum bis in die Schweiz, nach Italien und Galicien, nach Island und zu den Färöern. Papst Gregor der Große wies die irischen Missionare 601 an, die im Volk verehrten alten heidnischen Kultstätten nicht zu zerstören. Man solle diese Orte mit Weihwasser besprengen, Altäre oder Kapellen errichten und Reliquien in die Altäre einbetten.

In Frankreich, Belgien, Luxemburg, Deutschland, Österreich und der Schweiz waren Lumieges, Péronne, Laon, Auxerne, Luxeuil, Lüttich, Echternach, Köln, Trier, Fulda, Amöneburg, Würzburg, Klingenmünster (Pfalz), Regensburg, Rheinau, Reichenau, Salzburg, Wien, St. Gallen, in Italien Bobbio, Friesolo und Lucca die wichtigsten Stätten der irischen Mission. Sie begann im heutigen deutschsprachigen Raum bereits 563 in St. Gallen. Nach heutigem Kenntnisstand wurden die Kirchen und Kapellen in Deutschland (etwa in Würzburg, Büraburg und Amöneburg im von Chatten besiedelten Hessen) ab dem 7. Jahrhundert von irischen Mönchen errichtet.

Im 8. Jahrhundert übernahm das iroschottische Christentum (aus Irland und irische sich in Nord-Brittanien niedergelassenen Mönchen) die effizientere Organisation und Hierarchie der römisch-katholischen Kirche. Der hl. Bonifatius schuf auf Weisung des Papstes in Deutschland neue Bistümer und erweiterte unter anderem das Bistum Mainz, dessen Bischof er um 745 wurde.

Auf der Synode von Whitby übernahm die englische Kirche das Osterdatum von Nizäa und den römischen Ritus. In der Bretagne wurde die Regel des hl. Columban erst im 9. Jahrhundert durch die Benediktusregel ersetzt, als der Kaiser Ludwig II der Fromme den Abt Matmonoc dazu zwunge, die keltischen Kirchensitten aufzugeben. Die iroschottische Prägung wurde ihrerseits zu Beginn des 12. Jahrhunderts (Synode von Rathbreasail) sukzessiv angepasst und nach der Eroberung Irlands durch Heinrich II 1172 vollendet.

 

 

Ar Brugeier, Bretagne
Ar Brugeier, Bretagne

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Die Bedeutung der irobritischen Kirche für die kontinentale Kulturgeschichte

Neben der missionarischen Bedeutung der irobritischen Mission für das europäische Festland hatte diese auch Einfluss auf dessen Kunst und Philosophie. Die irischen Klöster, ebensowie die vom doppelten Britannien (Insel und Bretagne), die durch die Völkerwanderungswirren nicht zerstört wurden, bewahrten viele antike Handschriften. Sie verfügten schon im 7. Jahrhundert über eine hoch entwickelte Buchmalerei, aus der z. B. das Book of Lindisfarne und das Book of Kells hervorgingen. Durch die iroschottische Mission verbreiteten sich diese Handschriften auf dem europäischen Festland, wo dann die Skriptorien der Klöster Luxeuil und Corbie bereits im 8. Jahrhundert einen guten Ruf genossen. Unter anderem von diesen Skriptorien ging die karolingische Renaissance aus.

Die Schriften Alkuins trugen wesentlich zur Vermittlung der in Irland und Brittanien bewahrten lateinischen Bildung im England und Frankenreich bei; zu nennen sind auch die philosophischen Werke des Johannes Scotus Eriugena.

Der kulturelle Einfluss der „Schottenklöster“, in denen tatsächlich irische Mönchen wohnten, etwa auf die Städte Würzburg, Regensburg oder Wien, zeigt sich heute noch in der Arbeit deutsch-irischer Freundschaftsgesellschaften. Das in diesem Zusammenhang bedeutendste Kunstwerk ist wohl das Schottenportal der Regensburger Schottenkirche mit seinen 144 Figuren, die sich um Christus gruppieren. In Wien zeugt das Schottenstift, eigentlich die Benediktinerabtei Unserer Lieben Frau zu den Schotten, vom Wirken der iroschottischen Mönche. Im Messbuch des Bistums Soissons, in Frankreich, steht eine Fest « unserer Irischen Grunsetzer », das jedes Jahr zelebriert wird. In Frankreich auch besteht es bei Luxeuil, wo sankt Colomban ein Kloster baute, einen wirkenden kulturellen Verein, die die Wiedererkennung des keltischen Monachismus in der Geschichte von Europa und seinen damals wesentlichen Einfluss fördert (Les Amis de Saint-Colomban).

Säckingen, Bade

Säckingen, Bade

Heilige

Heilige, die zum keltischen Christentum gehörten, sind unter anderem:

 


 

Sankt Fridolins Wanderungen
Sankt Fridolins Wanderungen

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St-Brendan's - Aranmore (Irland)
St-Brendan's - Aranmore (Irland)

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